Haus der Kindheit Siegfried Adams: Kaiserstraße 27 (links), Foto Gebr. Metz, Hdg Stgt ,Pate der Glasplatte Volksbank

 

 

Heilbronns Kunstsammler auf der Flucht

Raubkunst und Heilbronner Geschichte: Was geschah mit den Kunstsammlungen der prominenten jüdischen Mitbürger in der Stadt?

In Heilbronn wurde das Thema wohl nicht erforscht – bis jetzt.

Zeitsprünge fand Gerichtsakten in Deutschland, Spuren in den USA, wertete die alten Handschriften von Siegfried Aram, die es nicht in das Standardwerk von Hans Franke geschafft haben, neu aus – Stück für Stück wird eine dramatische Geschichte nachvollziehbar.  Überraschend ist dabei, wie stark die Verfolgung noch bis ins Exilland USA reichte. Vieles in den Briefen von Siegfried Aram klingt unglaublich – und doch konnte Zeitsprünge Namen, Orte, und Ereignisse mit unabhängigen Quellen verifizieren.

Mitten aus dem Herzen von Heilbronn

Sie waren keine Randgruppe, sondern prägten die Stadt ganz wesentlich mit im Aufschwung der Gründerzeit: Heilbronn hatte eine der stärksten jüdischen Gemeinden im Südwesten. Siegfried Aram beschreibt in den Briefen anhand von Fotos, wie eng seine Familie mit Heilbronn verbunden war: Unten die Häuser seiner Familie Grünwald und Abraham (gelb) in der Kaiserstraße und am Kiliansplatz vom Kiliansturm aus gesehen.

Foto im Brief von S.Aram, StA Hn, CC BY SA 3.0, koloriert von jp, Kaiserstr 27 Fam. Abraham 31, 40, 46, 52 Grünwald

Arams Onkel Heinrich Grünwald baute viel in Heilbronn und schwelgte im Historismus. Unten Kaiserstraße 31 – noch ohne Hofbräu-Schild, das Aram unpassend fand.

Bauakte Kaiserstr.31, StA Hn, CC BY SA 3.0, Kolorierung ist eine freie Interpretation von jp

Die Neuauswertung der Handschriften

Siegfried Aram war 71 Jahre alt, als er 1962 aus den USA  Briefe an Hans Franke schrieb. Franke war einer der Ersten, der nach 1945 nachfragte. Bei dem alten Mann in New York sprudelten alle wilden Geschichten hervor, doch Hans Franke wählte ganz diplomatisch nur das aus, was eine repräsentative Familiengeschichte erzählt.  Das eigentliche Drama zeigt sich erst bei einer neuen Auswertung der Briefe, die Zeitsprünge jetzt vornahm. Viele Jahrzehnte später spricht jetzt Siegfried Aram wieder in seinen Briefen zu uns, erzählt die Geschichte von Verfolgung und Raubkunst.

Die Originalhandschrift ist stellenweise schwer zu entziffern, unlesbare Wörter sind mit […] gekennzeichnet. Die Hauptquelle ist ein 24-seitiger Brief vom 20. August 1962. Zitate aus anderen Briefen sind gesondert gekennzeichnet.

 

Eine Biografie wie eine Achterbahnfahrt

Von Anfang an in zwei Welten:  Siegfried Aram erlebte bereits früh im Realgymnasium in der Bismarckstraße den Antisemitismus (wie er im Fragebogen von Hans Franke festhält), doch über seine international bewanderte Familie ebenso einen weltoffenen Geist und privaten Englischunterricht.

Wie die Vorbilder Siegfried Gumbel und Max Rosengart wählte er nach dem Abitur 1908 Studium und Laufbahn des Juristen. 1914 meldete er sich freiwillig nach dem Kriegsausbruch. Er überlebte. Nach dem Krieg vertrat er als Anwalt Robert Bosch und den Flugzeugbauer Ernst Heinkel, gründete eine Zeitschrift für Kultur, die den Neubeginn feierte. Sein Mitbegründer Will Stephan tat dies leider („wegen einer schmerzhaften Kriegsverletzung“) mit Kokain und stürzte den jungen Aufbruch bald ins Chaos. Doch der Anfang war hoffnungsvoll.

Aufbruch 1919

 „Ein kurzer kultureller Aufschwung des Schwabenlandes und Stuttgarts war vor dem Krieg. Hier knüpfen wir an“, schrieben die jungen Redakteure programmatisch zum Start ihrer Zeitschrift, das gelbe Heft. Schwärmerisch zielt man auf das große Ganze: Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater, Mode, Technik und Natur. Und Siegfried Aram hatte einen ersten Erfolg. Er konnte mit Robert Bosch persönlich verhandeln,  die Gründung einer Volkshochschule und eines schwäbischen Wandertheaters voranbringen – Bildung und Kultur für alle.

„Ich förderte so gut ich konnte junge Schriftsteller und Künstler (Schlemmer, Baumeister)“

Siegfried Aram 1949, Detroit, Foto Peggy de Salle, , StA Hn, CC BY SA 3.0

“Ich legte bei der dieser eher dilettantisch geführten Wochenschrift viel Geld drauf. Doch hatte ich dann die Freude an der Volkshochschule, die ich mit Robert Bosch besprochen hatte – drei Semester lang als Dozent vor einer zahlreichen und dankbaren Hörerschaft zu wirken (Kunstgeschichte, Hellas, Rom und Renaissance).“
Die Leidenschaften des späteren Kunsthändlers zeigten sich bereits früh.

Plötzlich auf der Todesliste

Wie schnell man doch ins Fadenkreuz der Rechtsradikalen gerät: Kompagnon Will Stephan hatte sich, berichtet Aram im Brief, “das Kokainschnupfen angewöhnt. Seine Sucht führte dazu, dass er sich an Benzinvorräten vergriff, die zur Verschiebung von Waffen für rechtsradikale Verbände (…) [vorgesehen waren]. Deshalb in Haft, wandte er sich an mich als Verteidiger.“

Das Bagatelldelikt eines Benzindiebstahls brachte aus Versehen ein Skandal ins Rollen. Siegfried Aram hielt sich an das Gesetz, den Besitz illegaler Waffen zu melden und informierte Innenminister Graf in Stuttgart. Den Rechtsradikalen gefiel das gar nicht, die nächste Kugel war für Aram bestimmt.
„Ich wäre sicher damals ermordet worden, wenn (…) Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen worden wären, denn der Landtagsabgeordnete Gareis 
und einige andere wurden wegen dieser Sache tatsächlich erschossen.“

Die erste Flucht

„Polizeiwehrdirektor Hahn und der (aus Heilbronn stammende) Polizei­wehr­haupt­mann Robert Albrecht, benachrichtigten mich, dass ich von der Feme umgelegt werden sollte als ‘Waffenverräter‘. Ich wollte den Held spielen, aber Hahn und Albrecht […]  benachrichtigen mein Vater, der mit Rechtsanwalt Rosengart von Heilbronn nach Stuttgart kam und ich begab mich auf Rosengarts Drängen auf Reisen nach der Schweiz, Österreich, Oberitalien (…) später wohnte ich bis zum Feldherrenhallenputsch in meinem Haus in der Gethinerstraße in Berlin im alten Westen (…) das ich zusammen mit meinem Onkel Grünwald […]  besaß. Grünwald ließ mich Tag und Nacht durch Wächter mit Polizeihunden bewachen (…). Darüber können Sie in Prof. Dr.Gumbels Buch „Drei Jahre politischer Mord“, ich glaube 1922 erschienen, nachlesen. Dr. Gumbel hat übrigens zusammen mit Oberpolizeidirektor a.D. Paul Hahn in meinem Restitutionsprozess das Schlossgut Schapbach (…)  betreffend diesbezüglich ausgesagt (…)

Berlin - endlich Großstadt


“In Berlin kam ich dann mit dem Generaldirektor der staatlichen Museen, Doktor Wilhelm von Bode, dem berühmten Künstler zusammen (…) Ich half diesem genialen und schöpferischen Mann (…) Ich deckte einen Korruptionsskandal auf, der jahrelang die Vollendung des Deutschen Museums, des Vorderasiatischen Museums und des Pergamon-Museums in Berlin verhinderte. Sie wurde nach meinem Eingreifen vollendet, zur Freude Bodes (…).“

Postkarte Berlin mit Aufnahme von 1905

Jüdische Sammler halfen wesentlich beim Aufbau der Berliner Museen, so James Simon, der Berlin die Nofretete schenkte (später setzte sich Simon für die Rückgabe an Ägypten ein). Simon spendete ein Vermögen, war einst enger Berater von Kaiser Wilhelm II.und mäßigte den Antisemitismus des Kaisers. Siegfried Aram und Heinrich Grünwald engagierten sich in Simons “Verein zur Abwehr des Antisemitismus”, den der Mäzen 1890 mitbegründete. Grünwald unterstützte 1928 die Gründung einer Ortsgruppe in Heilbronn.

Wechsel in die Kunst

Gründung, Erfolg und Verlust der Galerien in Deutschland 1925-1933

“… nach dem Tod meines Vaters 1925, beteiligte ich mich mit dem väterlichen Erbteil an der Galerie Ehrhardt GmbH in Berlin, die von Kommerzienrat Paul Martin Ehrhardt, meinem Onkel und mir gegründet worden war. Erhardt starb aber danach. Ich wirkte als Einkäufer und Kunstkritiker. Die Galerie (…) war eine der größten Galerien für alte Kunst in Deutschland. Veröffentlichungen von Meisterwerken, die ich entdeckte, wie der Magdalenentanz von Peter Breughel d. Ae (durch Prof. Dr. Winkler) u.a., finden Sie im „Pantheon“ und “Cicerone“ vor 1933.“

Zeitsprünge fand den “Magdalenentanz” (heute verschollen?) in der Zeitschrift “Pantheon” aus dem Jahr 1928 – eine Bildrekonstrruktion siehe Ende des Artikels. 

Pantheon 1937

Expansion in die USA

„1928 kam ich, begleitet von Dr. Alfred Frankfurter, den heutigen Herausgeber der bekannten Zeitschrift Art News, der (…) Sekretär der amerikanischen Filiale Erhardt Galleries […] wurde, nach den USA,  eröffnete aber keine Galerie sondern nur eine Zentrale im Hotel Langdon, 5th Avenue 56. Straße, die die  bekannten amerikanischen Galerien P. J. Hicks New York, Anderson Chicago, Thompson Detroit und Traxel [?] Cincinnati mit Kommissions­ware belieferte.“

Dieses Werk von Tournier verkaufte Aram an das Museum in St. Louis

 

Hier an der 5th Avenue, nahe Tiffany, eröffnete Aram seine erste Vertretung in den USA. Heute steht hier das Trump-Hotel. 

Hotel Langdon 5th Ave 56th Street, 1910

 

Unten:  Cosimo I. de Medici von Cellini, von Siegfried Aram an das Museum in San Francisco vermittelt.

„Die Museen, insbesondere von Detroit, Michigan und später San Francisco […] die Nationalgalerie in Washington D.C., dann auch die […] in San Diego, Los Angeles, Raleigh, North Carolina sind durch meine Galerie  beliefert worden, z. T. wie San Francisco und Detroit mit den wichtigsten Stücken (‚Judith’ von Tizian, […] von Verrocchio, Cellini, Ghirlandaio etc).“

Siegfried Aram kehrte immer wieder nach Deutschland zurück, investierte mit Heinrich Grünwald große Summen in ein Haus im Schwarzwald, das “Schlössle” Schapbach, ein Gut voller Kunstschätze, in dem er seine internationalen Geschäftspartner häufig einlud.

Doch Januar 1933 war es damit schlagartig zu Ende.

 

1933 - Flucht nach New York

 „Die Oberschefflenzer Waffenschieberssache aber war nicht vergessen, wie der Direktor der AEG, Hirschberg, mir mitteilte – Reichskanzler von Schleicher hatte Hirschberg Einblick in eine Schleicher in die Hand gespielte Geheimliste der Nazis für Verhaftungen bekommen, ich war als einer der ersten auf der Liste. Zur Zeit der Ernennung Hitlers zum Kanzler fuhr ich nach New York.“

Postkarte 1935

„Dort hatte ich einen Freund, den Rechtsanwalt Samuel Untermeyer, politisch mächtig, reich, auf einem herrlichen mit Kunstschätzen geschmückten Gut Greystone [nördlich von New York] der für deutsche Kunst und Kultur einstand. Untermeyer war deutsch-jüdischer Herkunft. Ich klärte ihn über die deutsche Hitlerei und deren Häupter auf und nachdem die hiesigen Nazis (deutsch-amerikanischer Bund) hier am Times Square die Streicherliteratur und den Stürmer feilboten, Paraden abhielten, ein Lager „Northland“ gründeten usw. half ich stets unter Betreuung meiner deutschen Vaterlandsliebe! Untermeyer bei der Gründung der Anti-Nazi-League, für die er 250.000 $ zur Verfügung stellte. Leute wie Thomas Mann, später Fritz von Unruh, Georg Groß und andere traten bei!“

1934: in  New York versammeln sich 20.000 Nazianhänger im Madison Square Garden

 

 

Zurück in Europa - alles geht verloren

„Ich musste jedoch die USA verlassen, weil mein Besuchervisum abgelaufen war und jagte in ganz Europa nach einem Einwanderungsvisum in die USA. Die Nazis waren in der Zeit des Judenboykotts kurz in meiner Wohnung gewesen. Mein Onkel und Partner Grünwald, der die  ‘Sippenhaft‘ fürchtete, flüchtete in die Tschechoslowakei; meine Mutter, die an Magenkrebs litt, aber vorgeladen wurde, wurde von einem arischen, hochgestellten Freund (…)auf einen anderen Frauenpass aufgeschminkt und vor ihrer „Verschönerung“ im Columbiahaus [Gestapogefängnis und KZ beim Tempelhofer Flughafen, der sie sonst erwartet hätte] nach Meran gebracht (…) Wir konnten nichts mitnehmen, ließen [unschätzbare] Werte in Deutschland zurück: Bilder, Kunstwerke, Häuser, Banknoten und für hunderttausende Wechsel von amerikanischen Kunstfirmen, die Bilder für uns verkauft hatten, wie die Anderson Galerie in Chicago. Diese Wechsel wurden eingelöst aber der […]   gesperrt!
(…) Die Galerien wurden geschlossen und alles verschleudert, Häuser, Kunstwerke, auch unser “Schlössle“ Schapbach. Dieses hatten wir, mein Onkel und ich, in den zwanziger Jahren erworben, es ist ein […]  Gebäude mit Terrassen, Park, einem Bauernhof, den ich als Museum einrichtete […]mit vielen steinernen Barockfiguren (…)  kleine Eremitagen, die von Freunden im Sommer bewohnt wurden, zum Beispiel von Professor Hans Hildebrandt und anderen Kunstkritikern und Malern.
Im Sinne unseres geistreichen Freundes Doktor Putzinger hatte ich dort auch eine umfangreiche Maskensammlung angelegt: afrikanische, indische, indonesische, malaiische, japanische No-Masken und solche der nordamerikanischen Indianer (…)

Das ,Schlössle’ wurde dann 1933 vor der “Abreise“ meine Mutter verkauft oder besser verschleudert und der neue Eigentümer, ein Herr S. aus Trier, bedrohte meine Mutter auf Briefbögen als Vorsitzender eines nationalsozialistischen Verbands und erpresste nicht verkaufte  Gegenstände im ausgewiesenen Wert von 16.000 $ (…) vielleicht hätte ich den Restitutionsprozess gewonnen, aber ich hatte kein Geld […] für Anwaltsvorschüsse, und der Streitwert war hoch.“

 

30. August 1962. New York

“Sehr geehrter Herr Franke! 

(…..)
Dann noch eines: ich hatte im Exil für 186.000 Dollar Bilder zu ersetzen, die meinem Partner und  Onkel nach Karlsbad von englischen Händlern in Kommission gegeben wurden, nachdem er von Berlin auswanderte. Als dann die Deutschen in der Tschechei einmarschierten, floh er abermals. Die Gestapo beschlagnahmte alles eigene und fremde Kunstgut und die Bemühungen der englischen Eigentümer wurden durch den Kriegsausbruch (nun war es Feindesgut) vereitelt. Ich aber hatte einen Vertrag, in dem ich hafte, für den alten Mann unterzeichnet (man hielt die Tschechei für absolut sicher!).
Die Versicherung haftete nicht für Kriegs – oder Revolutionsschäden. Auch erpressten nazistische Unmenschen in Deutschland (pardon: sie ‚arisierten‘) und stahlen dann alles, das lächerliche Restitutionsgesetz verlangt nach all den Jahren, ich soll nachweisen, wo die gestohlenen Stücke sind! Ich habe kein Geld für Detektive, denn ich bin alt und krank.
Ich lege Ihnen eine […] Kopie einer für Amerikaner 1932 gedruckten Broschüre über die Galerie Ehrhardt bei, die meinem Onkel und mir gehörte […] (übrigens hat auch die Stuttgarter Galerie einen Carlo Carlone von mir). Das alles wurde zerstört. Und wir brachten Millionen nach Deutschland, dem Devisengesetze treu und treu der Heimat, die [uns?]dann verstiess!

 

Die genannte Broschüre und das Originalbild von Ghirlandaio in San Francisco, links StA Hn, CC BY SA 3.0

 

 

Das rettende Visum kommt

Siegfried Aram konnte schließlich 1934 wieder in die USA einreisen. Viele seiner Verwandten blieben in Europa mit einem ungewisses Schicksal vor Augen zurück. Siegfried Aram hatte in den USA unbeschreibliches Glück – und wurde doch wieder von dramatischen Schicksalswendungen eingeholt.

Im nächsten Kapitel:

Von Hollywood bis New York – wie Marlene Dietrich ihm das Leben rettete

Die Flucht geht weiter

nächstes Kapitel demnächst freigeschaltet im Link hier

 
 

Fluchtziel San Francisco  (Legion of Honor Museum)

Erwähnte Kunstwerke

 Siegfried Aram erwähnt seine Entdeckung des Bildes „Magadelenentanz“ von Brueghel dem Älteren. Friedrich Winkler stellte es 1928 in der Zeitschrift  “Pantheon” vor. Das Bild gilt wohl als verschollen – Zeitsprünge rekonstruierte das Bild mittels Teilaufnahmen im “Pantheon” von 1928:

aus "Pantheon" 1928, Band 9, digitale Rekonstruktion aus Einzelbildern jp

“Der Magdalenentanz” ist die  Bezeichnung des Sujets (die Aram in Erinnerung war), der genaue Titel im “Pantheon” ist jedoch “Die Weltfreuden der Maria Magdalena”. Winkler vermutet, Brueghel habe sich in dem Zwerg der Musikergruppe selbst portraitiert.

Das Sujet “Magdalenentanz” war zu Breughels Zeiten noch relativ neu und geht auf einen gleichnamigen Stich von Lucas van Leyden zurück (siehe unten), der im Jahr 1519 entstand. Die Legende, Magdalena sei eine Kurtisane gewesen, wurde im 16. Jahrhundert populär. Van Leyden schmückte es als einer der Ersten zu einem Sujetbild aus, in dem sich das Kurtisanenleben im Landsknechtmilieu seiner Zeit wiederspiegelt. Andere Maler wie Breughel griffen das Thema dann ebenfalls auf. Mit dem Vorwand eines bliblisches Motivs konnten sie  ein Gesellschaftsportrait ihrer Zeit zu einem Thema schaffen, das sonst kaum Darstellung in der Kunst gefunden hätte.

 

 

Quellen

(Auszug)

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 Das gelbe Blatt, Zeitschriftengrüdung 1919, S. Aram und Will Stephan

“Deutsche literarische Zeitschriften 1880-1945: Ein Repertorium” von Thomas Dietzel, Hans-Otto Hügel, Seite 489, das gelbe Blatt

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Die Handschriften Siegfried Arams (Briefe an Hans Franke von 1962 bis 63)  liegen im Stadtarchiv Heilbronn.

Die jetzige, neue Auswertung der Handschriften zeigt u.a.  Entzifferungsfehler bei Hans Franke  – so wurde jahrzehntelang vermutet, Siegfried Aram habe sich mit der Angabe Kaiserstraße 21 für das Haus seiner Kindheit und Jugend geirrt, doch in der Handschrift steht völlig richtig 27.

Das Foto der Kaiserstraße zu Beginn des Kapitels kommentiert Siegfried Aram so:

„„Im Vordergrund das von meinem Großvater Grünwald und meinem Vater erbaute Wohn- und Geschäftshaus Kaiserstraße 40, links das bügeleisenförmige Gebäude, Kaiserstraße 27 in welchem meine Familie wohnte. Weiter oben, wo ein aufdringliches Hofbräu (das wir nie geduldet hätten [?]) angebracht ist, ein anderes Haus, dass mein Onkel Heinrich Grünwald, (Bruder meiner Mutter) gehörte und von meinem Vater finanziert war. Das längliche neue Haus, im selben Block wie Kaiserstraße 40 gehörte auch Grünwald, Architekt war Professor Beutinger (…) Auch am Marktplatz und anderen Orten (Kaiser-Café) hatte Heinrich Grünwald […]Besitz, bevor er nach Baden-Baden zog.

 

 Ein neues Bildnis des Bauernbrueghel  , Pantheon” Band 9 (1928) p. 456-461 

Gardens of Earthly Delights von Kahren Jones Hellerstedt, S.42-43, Kapitel “Dance of Mary Magdalene” mit Erwähnung des Brueghelbildes und Fußnote zu “Pantheon”, Frick Art Museum, 1986, Pittsburgh, Pennsylvania

Über den Verein zur Abwehr des Antisemitismus, siehe auch hier 

 Hans Franke Geschichte und Schicksal der Juden in Heilbronn (die teils gekürzte Fassung wird später erweitert)

unterstützt von 

Stadtinitiative Heilbronn – Intersport Saemann – Sparkasse  – A. Grimmeissen -VolksbankM. Lindenthal – Rolf Wacker

weitere Kapitel über:

interaktiver Stadtplan

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