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Bajau Laut – das Meer ist unser Zuhause

Dokumentarfilm von Joo Peter, 63 Min. Malaysia / Deutschland 2026 

Seit Jahrhunderten leben die Seenomaden Borneos auf dem Meer, doch heute gelten sie als staatenlos und sind Verfolgung ausgesetzt. Eine Graswurzelbewegung unterstützt sie und entdeckt ihr kulturelles Erbe neu. Tauche ein in das Leben auf dem Meer!
Kapitel 1 – Wurzeln

Leben unter dem Blätterdach: Stelzendorf Tetagan

Porträt des Lebens in Tetagan,  dem letzten traditionellen Stelzendorf auf dem Meer, bevor es im Lauf er Dreharbeiten von der Regierung zerstört wurde. Bidan, eine Hebamme, bewahrt traditionelles Wissen rund um Geburten, während Nasiri, Heiler und Fischer, von der tiefen spirituellen Verbundenheit der Gemeinschaft mit ihrem angestammten Land erzählt. Im Einklang mit der Natur entstehen die Stelzenhäuser noch immer aus natürlichen Materialien. Tetagan steht exemplarisch für die Wurzeln der Bajau-Laut-Kultur – ein lebendiges kulturelles Erbe.

Die Tepo-Matten werden aus Pandanusblättern gewebt; der Pandanusbaum gilt als Verkörperung der Herrin des Waldes, der höchsten Gottheit neben dem Herrn des Meeres. Pacik Khalid, Seetang-Farmer und engagierter Aktivist, der vor 17 Jahren hierherkam, gründete die erste Schule für staatenlose Kinder.

Kapitel 2 – eine Zuflucht, für wie lange?
Leben unter dem Blechdach – Stelzendorf Omadal

Die Kultur der Bajau Laut passt sich langsam an: die meisten Stelzenhäuser sind mit Blechdächern gedeckt, die Bewohner bilden soziale Klassen. Doch die kulturellen Wurzeln sind noch da.
„Zuerst tritt der weibliche Geist in den Körper ein, dann der männliche…“, erklärt ein alter Fischer über die Trance eines Heilers, „die Ahnengeister kommen zurück um ihre Verwandten zu besuchen…”. 

Die Nacht bricht ein und in einer surrealen Animation wird der Gründungsmythos der Seenomaden der Region erzählt, die Geschichte der Prinzessin Salamiah, der ein großer Manta zur Flucht in diese Inselregion verhilft. 

Am nächsten Tag erfüllen Kinderstimmen das Dorf.  Inmitten des Dorfes leuchtet ein gelbes Haus: Iskul Omadal – ein Schulprojekt für staatenlose Kinder, Kristallisationspunkt einer neuen Generation von Aktivisten. Die Kinder tauchen aus dem Meer auf, klettern auf die Schulplattform, lernen, spielen und beginnen, zur Musik von Pangrok Sulap zu tanzen. Ein Junge berichtet, wie sein Vater wegen fehlender Papiere abgeschoben wurde und die Staatenlosigkeit ihr Leben bedroht.

Kapitel 3 – Eisen im Feuer

Semporna ist das urbane Zentrum der Region. Entlang der Küste erstrecken sich riesige Stelzenhaussiedlungen mit über 30.000 Bewohnern. Lange Holzstege führen durch ein dichtes Labyrinth aus Häusern über dem Wasser zum Schulprojekt Borneo Komrad in Bangau Bangau. Dort berichten Lehrkräfte und Lernende, wie sie von der Polizei kontrolliert oder festgenommen werden – allein, weil sie staatenlos geboren wurden.

Im nahegelegenen Viertel Air haben Studierende von Borneo Komrad eine eigene alternative Universität gegründet, um Menschenrechte durch Bildung zu erkämpfen. Ihr Weg des Widerstands ist friedlich: gemeinsam lernen und sich engagieren, Kunst ist dabei ein wichtiges Sprachrohr.

Währenddessen bereitet sich Pacik Khalid, der Aktivist aus Tetagan, als Künstler auf das Lepa-Festival in Semporna vor. Er ist Theaterregisseur, Choreograf, Kostümbildner und auf allen Ebenen tief in der Kultur der Bajau Laut verwurzelt.

Letztes Kapitel
Juni 2024 – massive Razzien gegen die Bajau Laut. Die letzten indigenen Dörfer im Meeresschutzgebiet bei Semporna werden zerstört. Das letzte Kapitel kehrt in das verwüstete Tetagan zurück. Inmitten der Ruinen trifft das Filmteam eine letzte verbliebene Familie und hält ihren Augenzeugenbericht fest.

„Unsere Arbeit ist jetzt wichtiger denn je“, sagen die wegweisenden Aktivisten des Films.

Die Schlussszene: Abschlussfeier in der alternativen Schule Borneo Komrad.
Mit Tränen in den Augen singen die staatenlosen Jugendlichen der Bajau Laut:
„Durch Bildung zur Freiheit.“